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Tag : joerg-albrecht

¿Comment! – Performance mit Fiston Mwanza Mujila am 25.11.

27. November 2014 Keine Kommentare Gallery

 

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Fotos: gezett.de

von Svenja Macht

Tags: comment, Fiston Mwanza, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance, Schüler
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“seine Texte, als wären sie” / Nachwort zum Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [rd]

26. November 2014 Keine Kommentare Article
Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

 

—

Mein Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila, hier nachzulesen:

| “Und dann, an ebenjenem Abend” | “Überhaupt ist die Welt” | “der Moment, in dem der Ansturm am stärksten” | “auf die treffen, die ihnen zum Opfer fielen” | “Berg ins Regal” | “zu den Räumen und den Zeiten” | “wurden und werden, und weil am Anfang” |

—

Auf gewisse Art war die gestrige Performance das Gegenteil (“Gegenteil”) der bisherigen der Comment-Reihe, vor allem der zweiten, von der ich in meinem Nachwort zum Abend im Nexus-Labor schrieb, dass die Erfahrung individueller wäre als sonst, da der Blick mal hier, mal da, aber selten kontrolliert in nur eine Richtung ging, da man nicht nur in einem Publikum saß, sondern auch einem gegenüber, die Wahl hatte: zwei Beamerfeeds und die Performanden in der Mitte. Hier allerdings war der Fokus einfach, gebündelt auf die Leinwand, in einem abgedunkelten Raum, per Feed aus dem Nebenraum mal Fiston Mwanza Mujila, live und ganz nah vor einer silbrig glitzernden Lamettawand, mal Aufnahmen, die recht unterschiedlich ausfielen, vom Boxkampf vor der Lesung, über Downhill Skateboarder, und ihnen immer hinterher, Tom Bresemann bei einem Statement in Form von Fragen, eine Gruppe Singender in einer Bahnhofshalle, einen leeren Schreibtisch in einem Arbeitszimmer, vorgeführte Jugendliche auf einem Sportplatz während einer Feier, deren Sinn mir unklar blieb, irgendein ein modern-archaisches Ritual vermutlich, bis hin zu etwas Küste, dunklen, vulkanischen Abhängen, aus denen es stetig qualmte, und wo diese Videos, zu denen Übersetzungen und Kommentare zu Mujilas Texten abgespielt wurden, unter anderem von Sandra Gugić und Thomas Köck (und einigen weiteren) eingesprochen, sehr disparat und unzusammenhängend hätten wirken können, war das Klangarrangement von Kurator Jörg Albrecht das nötige Bindemittel, das dies alles zu einem Gesamten machte. Das verlieh dem Abend die vielleicht nötige Stringenz.

Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

Dass Stefan Mesch, einer der Profileser des Comment, während oder kurz nach der Lesung u.a. tweetete, im sei das zu passiv, und dabei Elemente vermisste, die eine Live-Performance für gewöhnlich wohl zu einer solchen machen, “Livecharakter! Bühnen! Applaus! Performer, denen ich ins Gesicht blicken kann!”, lässt sich das durchaus nachvollziehen, wobei es mich und, so nehme ich an, einen Großteil der anderen Unbeteiligten im Publikum weniger störte. Es war Kino, aber ja, passiv.

Ich mochte Mujilas Leseweisen, die auch unterschiedlich waren, besonders die erste, die kraftvoll, anklagend, fast überwältigt klang, wie kurz vor dem Stimmversagen. Jörg Albrecht schrieb im kuratorischen Statement: “Ja. Denn er liest nicht einfach. Er singt und schreit, rappt und wütet”, und diese Energie war auch gestern zu spüren, das Drängende seiner Beobachtungen einer durchkolonialisierten Welt und ihrer Geschichte, ihrer Konsequenzen, die stete Bedrohung, nicht zu überhören, und es störte mich selten, dass ich das Französisch nicht verstand; die Übersetzungen und Kommentare fingen dies dann auf. Die Lesung gestern funktionierte.

von Richard Duraj

Tags: commentaire, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage, Monolog eines Verdammten, Performance
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Da hinten, vor dem Lametta. Live…. / Nachtrag zur Video-Performance von Fiston Mwanza Mujila & Jörg Albrecht / cvb

26. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto: (c) gezett.de

In meinem Live-Blog Eintrag III fragte ich mich: „(…) warum Fiston nicht im gleichen Raum steht und liest“. Hielt also ganz spontan am traditionellen Aspekt einer Performance (der räumlichen, zeitlichen und physischen Anwesenheit des Künstlers) fest.

 

Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

Nun war ja das Raumkonzept etwas alternativer (Kuration: Jörg Albrecht). Im Hinterzimmer wurde Fistons Performance per Kamera aufgezeichnet und in Echtzeit auf die vom Beamer bestrahlte Wand übertragen. Diese Aufnahmen wechselten sich ab mit eingeblendeten Kommentaren, Musik, Videos von Skateboard-fahrenden Menschen, Feuerwerken u. a. Ein bisschen wie ein DJ-Mischpult. Es entstand eine sehr gelungene, interessante Klangcollage, bestehend aus den Original-Texten, den Übersetzungen, den Kommentaren und Eindrücken der Schüler_innen und Profi-Leser_innen.

 

„Sagen wir Au revoir zu den Räumen und den Zeiten, an denen wir hängen.“, war die Aufforderung. Ist mir irgendwie nicht so leicht gefallen.

Besonders auch, weil ich wusste, dass im Hinterzimmer etwas passiert, dies aber an keiner Geräuschdissonanz feststellen konnte (manchmal sind Aufzeichnungen ja versetzt… oder ich saß wirklich zu weit hinten im Raum?).

 

Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

Welchen Reiz hat eine Echtzeit Videoübertragung eigentlich? Oder anders gesagt – die Übertragung von Performance? Ist ja nun, vor allem im Theater, nichts Neues (da sagt man eher: „Schon wieder n’ Live-Video!“).

Aber wir waren bei einer Lesungs-Performance. In diesem Kontext ist das Konzept echt spannend, besonders in Bezug auf die zusätzliche räumliche Dimension, die mein Denken als Zuschauer anregt – und fordert. Vielleicht ist es ein Spiel mit unseren Blicken und Ohren. Mit Perspektiven. Bei einem Video sehe und höre ich anders hin, die aufgezeichnete Lesung fließt (Ton) automatischer mit den anderen Video-Elementen (Bild, Schrift und Musik) zusammen. Interessant ist auch, dass Fistons’ starke, lyrische Prosa an sich schon einen Fluss bildet.

 

Trotzdem war es kein Kino-Abend. Gerade gut.

von Corinna Bodisco

Tags: Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage
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Live-Blog IV (cvb) / Performance Fiston Mwanza Mujila

25. November 2014 Keine Kommentare Article
Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

 

20:17: Schüler: “Nous trouvons très cool que vous nous répondez!” Fiston: “C’est normal” Fiston hätte eigentlich für seine häufigen Antworten bei Comment?! einen Preis gewinnen müssen. 🙂 Auf jede/n Schüler/in ist er eingegangen.

 

20:21: Vulkanausbruch im Video. Und im Gang, der zum Nebenzimmer führt, blitzen Lichter. Ah! Fiston war im Nebenraum. Und hat alles live aufgenommen.

“Sagen wir Au revoir zu den Räumen und den Zeiten, an denen wir hängen. Hier im Hinterhof eröffnen wir ein Hinterland, hin- und hergerissen, kreuz und quer veteilt, aber nicht mehr im Hintertreffen der globalen Kräfte. – Bouchez-vous les oreilles! – Macht ruhig. Wird euch nix nützen.”

 

20:23: Er bekommt viel Applaus. Witzig, dass sich rd schon letzten Donnerstag gefragt hat, was im Nebenraum passiert. Diesmal ist dort ganz viel geschehen.

 

20:26: Fragerunde. Fiston antwortet auf Deutsch. Aber nicht auf die erste Frage. Er freut sich auf jeden Fall, hier mitgemacht zu haben.

“Kotzen ist sehr musikalisch”

von Corinna Bodisco

 

Tags: commentaire, Fiston Mwanza, Jörg Albrecht, Lettrétage, Monolog eines Verdammten, Performance
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“wurden und werden, und weil am Anfang” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [outro rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article
Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

 

die küste wie küsten küstengleich, kulturbelassen. vulkanhaftes in asche und rauch. es flimmert aus dem nebenraum. jetzt fiston mwanza mujila und jörg albrecht vor uns unterm video. klang weiterhin vorhanden. jetzt stehend. da haben auch die fotografen mehr zu tun. ich nehme an, vorbei. ja, vorbei. applaudierung, abgang, in revers. fragegelegenheiten werden bald angeboten.

muss zugeben: hat mir gefallen. den anderen unbeteiligten wohl auch. jetzt fragen. mal sehen, was kommt. ob überhaupt. wieder diese jugend.

von Richard  Duraj

 

Tags: commentaire, Fiston Mwanza Mujila, Gedicht, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance
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“zu den Räumen und den Zeiten” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [track 06 rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto: (c) gezett.de

klimawandel und kolonialisierung. geht immer. thomas köck kommentiert, was er, wie ich, nicht versteht. unterhält. // die s-bahnisierung der welt. vielbeachtete fluchtwege irgendwo. man orientiert sich aneinander. da stehen sie in einer halle, einem durchgang, ich vermute, s-/u-bahnbahnhof oder variante davon, metro mit christopher lambert, von luc besson, und stehen. und singen? // fmm greift auf traditionen zurück, die ich als die seinen annehme. wessen denn sonst. im berghotel ein bodenbelag , an dem wir stricken, während danny auf dem dreirad an uns vorbeifährt, ist die geschichte. eine leichte unruhe.

von Richard Duraj

Tags: comment, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance, Tram 83
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“Berg ins Regal” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [track 05 rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto:© gezett.de

jörg albrecht, der kurator dieses abends, und von fiston mwanza mujilas commentanteil, ist, so vermute ich, für die vertonungen der deutschen übersetzungen verantwortlich. wenn ja, die kommen gut. wenn nicht, auch.

ob es auffällt, wenn ich von meiner mitbloggerin abschreibe?

wie fmm liest – wobei natürlich die sprachbarriere vielleicht hilft, weil mir die texte nicht missfallen können -, lässt mich nur wieder daran denken, wie häufig mich deutschsprachige leseweisen auf lesungen langweilen, und ich wünschte, auch bei denen wäre mehr lebendigkeit, energie, emotion, melodie, oder das, was ich dafür halte. wenn im kuratorischen statement steht

Und dann, an ebenjenem Abend, hörte ich Fiston zum ersten Mal singen. Ja. Denn er liest nicht einfach. Er singt und schreit, rappt und wütet, er spielt seine Texte, als wären sie eine Partitur, oder vielleicht stimmt das nicht, vielmehr stellt er sich hin und läßt sich spielen, als wäre er selbst diese groß angelegte Symphonie, in der die Instrumente die Steine auf der Straße sind, der Staub, das Wellblech, […]

dann ist das nicht übertrieben. […] histoire de negre. […] wenn das wort tourist im text vorkommt, so ich hinhöre und aufhorche, dann fühle ich mich an diesem abend recht direkt angesprochen, weil ich kein französisch kann. tartarbahn im video. irgendeine art schaulaufen junger menschen auf einem sportplatz. hübsch gruselige kombination zu dem dialog, der dazu läuft, und in dem wörter wie “muttermädchen” vorkommen

von Richard Duraj

Tags: commentaire, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Performance
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Live-Blog II (cvb) / Performance Fiston Mwanza Mujila

25. November 2014 Keine Kommentare Article

19:20: Videos: Hunde beißen sich auf der Straße an den Armen ihrer Herrchen fest. Und Beiträge von Tom Bresemann. Schon wieder die Hunde.

– Video-Collage TRAM 83 –

19:22: Fiston wieder. Hinter ihm goldenes Lametta. Weihnachtliches Jazz? “Au commencement était la pierre.” (TRAM 83 #1) Da muss ich an die Genesis denken. Requiem, Protagonist von TRAM 83 befindet sich an der Gare du Nord. Ein Knotenpunkt. Viel zu viele Menschen, Gedränge, Hitze, Getöse und endlose Rolltreppen. “toute la racaille” wird hier transportiert. Fiston findet Geräusche für die vorbeiratternden Züge. Hier finden sich auf der histoire Ebene Lucien und Requiem wieder.

 

19h34: TRAM 83. Ein verrückter, dunkler Ort. “Je suis une femme libre. Mais je cherche encore l’homme de ma vie” – (Ich bin eine unabhängige Frau, aber ich suche noch immer den Mann meines Lebens). Sind solche Frauen auch im TRAM 83 zu finden?

 

19h37:  TRAM 83 und die Gare du Nord (“eine Metallkonstruktion”) passen gut zusammen. Hier interessiert sich keiner, was du treibst. Anonymität.

 

19h38: Auf dem Bildschirm sprüht ein Feuerwerk. Lässt mich an Silvester denken und von der Lesung abschweifen. Obwohl ich Feuerwerk echtbescheuert finde.

 

19h43: Die Lesung: visuell-sprachliche Klangcollage.Wenn Fiston ins Bild kommt, wird getanzt, gesungen, mit der Stimme gespielt. Ich starre zu oft auf das Feuerwerk. Die Wiederholungen des Textes sind angenehm. Liefern mir einen Fixpunkt im Sprachfluss.

von Corinna von Bodisco

Tags: Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Performance, Tram 83
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“auf die treffen, die ihnen zum Opfer fielen” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [track 04 rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto:© gezett.de

“eine lange geschichte”, soviel kann ich übersetzen. und “mustache”. folge der entsprechenden bahn als beschleunigtes geschoss, was im transitraum. ein kolonialismus der herzen. gare du nord, tram 83. sandra gugić kommentierte. die einzelnen videos. wirken. ein angenehmer grad an politischem, gesellschaftlich relevantem markiert die texte, was uns beschäftigt, wenn wir uns nicht beschäftigen. vertonungen von kommentaren. übersetzungen. ich fühle mich bisher sehr gut unterhalten. was klackert da über die gleise im hintergrund des gesprochenen.

von Richard Duraj

Tags: comment, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance
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“der Moment, in dem der Ansturm am stärksten” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [track 03 rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto:© gezett.de

die bahn fährt vorbei, ich nehme die nächste. muss noch ticket kaufen, bis sich türen öffnen, gelbes vom rest trennt, schließen. da wälzt sich in all seiner maßgeblichkeit jemand neben mir auf dem steig, hunde bellen, verbeißen sich dann. “wie schreibt man an dem text, der man ist, und wer schreibt alles mit”, sagt tom, “wie oft muss etwas gesagt werden, damit es ein gedicht wird.” fmm reduziert auf kopf, etwas oberkörper, glitzerndes lametta in silber dahinter, mikro. “es ist immer auch eine kolonialisierte welt“, also stelle ich mir fragen, die damit einhergehen. die bahn fährt ein, hält, statisten steigen aus, ich steige ein, warte, bis die fahrt weitergeht. nur fmm zu hören. ich hätte gerne eines dieser kissen.

von Richard Duraj

Tags: comment, Fiston Mwanza, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance
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Live-Blog I (cvb) / Performance Fiston Mwanza Mujila

25. November 2014 1 Kommentar Article
Foto: gezett.de

Foto: gezett.de

 

18:47: Der Raum ist leicht abgedunkelt und füllt sich (es wird richtig voll!!). Zuschauer sitzen auf Stühlen, im vorderen Teil auf großen “QR”-Kissen vor einer Beamerprojektion. Boxkampf.

 

18:55: 1:1. Wird es ein Kino-Abend?

 

19:03: 2:2. 1:4. Zwei Boxer mit großen Muckis. Schnelle aufeinanderfolgende Runden. Sehr dunkles Bild. Muss wohl aus den Neunzigern oder so stammen. Der Schiedsrichter muss andauernd dazwischen gehen.

 

19:10: Ich fühle mich wie in einer Aula. Ah. Nun erscheint Fiston Mwanza Mujila auf dem Bildschirm. Lacht. Plötzlich wechselt er zum “Monologue d’un damné“. Krasser Übergang. Der Verdammte kotzt seine Probleme. Staccato. Fiston versagt die Stimme ein bisschen. Sie kippt nach hinten weg.

 

19:14: Einblendung einer Zeichnung. Übersetzung. Die Stimme ist angenehm. Wirkt wie ein typisch deutsches Hörspiel. Wer liest die Übersetzung?

 

19:17: “Kotzen, kotzen, kotzen bis zur Ohnmacht.” Schülerkommentare werden eingespielt – von den Schülern selbst eingesprochen. Das wirkt auch alles sehr  vorgelesen. Ich wünsche mir gerade jemanden, der auf Fistons Performance antwortet.

von Corinna von Bodisco

 

 

 

 

 

 

Tags: comment, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance
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“Überhaupt ist die Welt” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [track 02 rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto:© http://gezett.de
was befindet sich im nebenraum? was lauter, die schotterlawine der gespräche, oder die musik, das rauschen, in dem die stimmen vor mir in erwartung stetig hell aufflackern (naja, wie isn das formuliert. kitsch oder war’s das schon)? auf der wand weiterhin zwei muskulöse halbnackte, ein klassischer kampf, vermute ich, aber die details reichen nicht aus, um zu erkennen, ob was legendäres ali versus irgendwen vielleicht, was für die ewigkeit. langsam wird die musik leiser, weiterhin dunkel.

okay, anders. es geht los. per video fmm vor glitter in groß. schreit einen text, in dem das repitive hängen bleibt. ganz nach meinem geschmack. knapp an der grenze zum abreißen der stimme. ich würde gerne den text verstehen. ohne zu, sehr emotional. was wie anklage.

nun die deutsche nachdichtung. bis jetzt: kommt cool, das alles. ruhiger gelesen. viel kotzen, ja, doch anklage. zu überfressen an dem verfaulten der gesellschaft und was sie so für uns und andere bzw. für andere und uns bereithält. hach, der ton.
von Richard Duraj

Tags: Fistonm Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Kommentare, Performance
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“Und dann, an ebenjenem Abend” / Live-Blog zu Fiston Mwanza Mujila [intro rd]

25. November 2014 Keine Kommentare Article

Foto:© http://gezett.de
 
so gut wie gleich geht es los in der lettretage, der dritte abend der comment-reihe. der saal ist voll, die cola schmeckt. vorne liegen sie bereit auf den kissen, vor der bestrahlten wand, auf welcher ein boxkampf grob zu sehen ist. atmosphärisches wummern. das licht geht aus. ab geht es.
 
von Richard Duraj

Tags: Fiston Mwanza Mujila, Gedicht, Jörg Albrecht, Peformance
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25.11. Performance mit Fiston Mwanza Mujila, kuratiert von Jörg Albrecht

22. November 2014 Keine Kommentare Article

Dienstag, 25. November 2014, 19:00 Uhr, Eintritt frei

¿Comment! – Performance mit Fiston Mwanza Mujila,

kuratiert von Jörg Albrecht

Prosa und Lyrik des kongolesischen Autors und Kommentare seiner Leser, darunter Gernot Krämer und Schüler des Friedrich-Engels Gymnasiums, des Hildegard-Wegschneider Gymnasiums und des Eckener Gymnasiums

Zweisprachige Lesung (deutsch/französisch)

Die Lettrétage dankt den Förderern und Partnern!

Lettrétage, Mehringdamm 61, Nähe U7/U6 Mehringdamm

 

fiston mwanza_(c) Gäel Turine4

fiston mwanza_(c) Gäel Turine4

 

Fiston Mwanza Mujila, 1981 in Lubumbashi (Demokratische Republik Kongo) geboren, studierte Literatur und Humanwissenschaften. Derzeit promoviert er über afrikanische Literatur an der Grazer Romanistik. Fiston Mwanza Mujila schreibt Gedichte und Kurzgeschichten, seit kurzem auch für das Theater; seit einigen Jahren nimmt er an vielen literarischen Veranstaltungen im Kongo und im (europäischen) Ausland teil.

Veröffentlicht wurden seine Gedichte und Texte in Frankreich, Belgien, Deutschland, Österreich, Rumänien, und der Ukraine.

 

 

 

foto_jorg albrecht 

Jörg Albrecht wurde 1981 in Bonn geboren und wuchs in Dortmund auf, heute lebt er in Berlin. Er studierte von 2001 bis 2006 Komparatistik, Germanistik und Geschichte in Bochum und Wien. Albrecht schreibt Prosa/Romane, Theatertexte, Hörspiele und Essays; seine Foto- und Videoarbeiten und Performances beschäftigen sich als intermediale Serien mit Machtkonstellationen.

Seine literarischen Arbeiten zu Themen wie Überwachung, Prekarisierung und Queerness wurden als Rückkehr des Diskursiven und Politischen in die Literatur der jüngeren deutschen Generation gewertet.

Website von Jörg Albrecht

 

Kuratorisches Statement:

Ich lernte Fiston Mwanza Mujila an einem Septemberabend des Jahres 2010 in Graz kennen, als er mir, wie es Brauch ist, das Zepter des Grazer Stadtschreibers übergab, dessen Amt er in den zuvorliegenden zwölf Monaten innegehabt hatte, und das er mir nun weiterreichte, und zwar mit der Bemerkung, seine Großmutter daheim, in der Demokratischen Republik Kongo, hätte ihm am Telefon gesagt, daß es sich für so ein Ereignis gehöre, ein großes Geschenk zu machen, sogar ein bestimmtes, ja, es könne bei diesem Anlaß eigentlich nur eines sein: eine Ziege. Obwohl die in den Rosengarten oben auf dem Grazer Schloßberg, wo der Stadtschreiber seine Wohnung hat, perfekt gepaßt hätte, schenkte Fiston mir lieber eine kleine, aus Holz geschnitzte Ziege, die oben auf dem Berg ins Regal paßte, neben die paar Bücher, die ich für das Jahr mitgebracht hatte, das ich nun dort verbringen würde.

 

Und dann, an ebenjenem Abend, hörte ich Fiston zum ersten Mal singen. Ja. Denn er liest nicht einfach. Er singt und schreit, rappt und wütet, er spielt seine Texte, als wären sie eine Partitur, oder vielleicht stimmt das nicht, vielmehr stellt er sich hin und läßt sich spielen, als wäre er selbst diese groß angelegte Symphonie, in der die Instrumente die Steine auf der Straße sind, der Staub, das Wellblech, die weggeschnippte Kippe, der Speichel, das Klatschen einer Ohrfeige, das Knistern der Haare eines Schnurrbarts, drei Jeeps, die durch Schlaglöcher fahren, drei Kinderstimmen, die sich streiten, drei Kofferradios, aus denen ein Jazz-Stück dringt, aber nicht ganz durchdringt – eine Symphonie, die immer wieder anders gespielt werden muß, bis sie am Ende ist, und das Ende ist der Anfang, und „au commencement était la pierre et la pierre provoqua la possession et la possession la ruée“.

 

Fiston Mwanza Mujila schreibt über das Ohr, für das Ohr. Er wollte Saxophonist werden, doch nirgendwo in seiner Heimat hätte er das lernen können, also blieben ihm die Worte. Er schreibt Gedichte. Er schreibt Prosatexte, unter anderem den Roman Tram 83. Und er schreibt auch Texte für die Bühne, in denen zum Beispiel Marxismus und Religion aufeinanderclashen und auf die treffen, die ihnen zum Opfer fielen, und die aus dem Jenseits ihre Kämpfe weiterkämpfen.

 

Überhaupt ist die Welt, die Fiston beschreibt, eine gewaltvolle. Die Gewalt steckt dabei in der Sprache, mit der die Dinge beschrieben werden, in der Brutalität verschiedener Stimmen, die drohen und fluchen und wüten und einander durchkreuzen und anheizen. Es ist immer auch eine kolonialisierte Welt, die sich nicht ändern wird, allein, weil es die Körper sind, die versklavt wurden und werden, und weil am Anfang von allem immer die Verteilung von Besitz steht, und der Besitz löst einen Ansturm aus auf die Teile der Welt, die besitzen. 

 

Was hoffen läßt, ist der Moment, in dem der Ansturm am stärksten ist, und in dem Fistons Sprache in etwas durchbricht, das jenseits dieser brutalen Einzelkämpfe liegt. Dann auf einmal ist da etwas jenseits der Tragödie, die uns teilt. Eine Zärtlichkeit, die uns die Tragödie teilen läßt. Und das dort, wo Sprache und Körper auseinanderfallen und so endlich wieder miteinander sind.

 

Zur Performance
Sagen wir Au revoir zu den Räumen und den Zeiten, an denen wir hängen. Hier im Hinterhof eröffnen wir ein Hinterland, hin- und hergerissen, kreuz und quer veteilt, aber nicht mehr im Hintertreffen der globalen Kräfte. – Bouchez-vous les oreilles! – Macht ruhig. Wird euch nix nützen.
Texte (frz./dt.) von Fiston Mwanza Mujila

Kommentare zu den Texten Fiston Mwanza Mujilas

 

von Katharina Deloglu

 

 

 

Lesung Fiston Mwanza Mujila: Monologue d`un damnè

Tags: comment, Fiston Mwanza, Fiston Mwanza Mujila, Gedicht, Jörg Albrecht, Lettrétage, Monolog eines Verdammten, Monologue d'un dammne, Performance, Tram 83
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25.11.: Fiston Mwanza Mujila – Zum Programmheft

9. März 2014 Keine Kommentare Article

Die Musik, die während der Lesung zu hören ist, stammt von der Creative Commons-Plattform http://freemusicarchive.org/.

 

Host: Fourth Ordeal
http://freemusicarchive.org/music/Host/Star__System/Host_-_Star__System_-_04_Fourth_Ordeal

 

Krabatof Philharmonic Orchestra: R.I.P. 1986 und Empty Dog
http://freemusicarchive.org/music/Krabatof_Philharmonic_Orchestra/Insects_Brain/07_krabatof_philharmonic_orchestra_-_r_i_p_1986 http://freemusicarchive.org/music/Krabatof_Philharmonic_Orchestra/Insects_Brain/04_krabatof_philharmonic_orchestra_-_empty_dog

 

Valery And The Greedies: Bloody Vomit
http://freemusicarchive.org/music/Valery__The_Greedies/Wheres_Satan_Re-edition_2014/06_-_Bloody_Vomit_Re-edition

 

Last Rites Of The Piano: s/t
http://freemusicarchive.org/music/Last_Rites_Of_The_Piano/Vol3/st_1091

 

Super Druz: presents Gabbles (Gabbles)
http://freemusicarchive.org/music/Super_Druz/Vol3/presents_Gabbles_Gabbles

 

Mittimus: Solar Blizzard, A Path Impossible To Retrace und Oceans Without Gravity

http://freemusicarchive.org/music/Mittimus/Event_Horizon/10_Solar_Blizzard

http://freemusicarchive.org/music/Mittimus/Event_Horizon/18_A_Path_Impossible_to_Retrace

http://freemusicarchive.org/music/Mittimus/Event_Horizon/16_Oceans_without_Gravity

 

Army Of Ghosts: The Past The Wretched

http://freemusicarchive.org/music/Army_Of_Ghosts/Vol3/the_past_the_wretched_past

 

Kevin MacLeod: Winner Winner

http://freemusicarchive.org/music/Kevin_MacLeod/Oddities/Winner_Winner

Tags: commentaire, Fiston Mwanza Mujila, Jörg Albrecht, Lettrétage, Performance
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Performances

DI, 18.11. | Lettrétage
Ross Sutherland & Simone Kornappel

DO, 20.11. | Lettrétage
Vincent Message & Gerhild Steinbuch

DI, 25.11. | Lettrétage
Fiston Mwanza Mujila & Jörg Albrecht

DO, 27.11. | Lettrétage
Christian Prigent & Christian Filips & Aurélie Maurin

COMMENTS

  • Moritz bei Live-Blog zu Christian Prigent / lamentationen in lametta [zwei rd]
  • Stefan Mesch bei Live-Blog I (cvb) / Performance Fiston Mwanza Mujila
  • Konstantin Ames bei 18.11. Performance Ross Sutherland – Auftakt
  • stonch bei Fiston Mwanza: Be-pop dans une nuit de beuverie
  • Christian bei Christian Prigent: l’âme – tomber du jour #1

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