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Der Dichter gibt Auskunft: Fiston Mwanza

 

 

Wie sieht er aus, der Verdammte aus Fiston Mwanazs Text? Und in was für einer Welt lebt er? Das fragten sich Schüler und Schülerinnen beim Lesen von Mwanazs Gedicht „Monologue d’un damné“.

Mithilfe von Zeichnungen versuchten sie zu erklären, was den damné zum Verdammten macht. Sie schrieben seine Biografie, schickten ihm Briefe und Gedichte. Die Frage nach Ausgrenzung, Immigration und sozialer Ungerechtigkeit geriet dabei in den Mittelpunkt. Neben ersten Zeichnungen von Lesungsbesuchern wurde mit anderen Gedichten kommentiert, so z.B. „Wann endet gleich noch mal im Himmel die Apartheid“ von Jeffrey Mc Daniel.

Die Protagonisten aus Mwanzas Roman Tram 83 kamen in vielen Umdichtungen vor, zwei Schüler schrieben ihre Vorgeschichte. Außerdem diskutierten die Schüler über die Bedeutung des Bahnhofs, in dem der Roman spielt. Tram 83 ist kein einfacher Text. Was zum Beispiel ist eine fille-mère? Auf dem Blog rätselten darüber die Übersetzerinnen. Gernot Krämer postete seine Notizen zur Arbeit an Mwanzas Text, Thomas Köck begann trotz mangelnder Französischkenntnisse, den Originaltext zu lesen und dachte nach über die Bohéme bei Mwanza und anderswo. Sandra Gugic zog die Parallele zu den Doors, Naked Lunch und Nicki Minaj.

Fiston Mwanza selbst mischte sich unter die Schüler, kommentierte ihre Kommentare und beantwortete Fragen. So kam Bewegung in die Diskussion seiner Texte: Die Schüler wollten wissen, was hinter dem Text steckt und wie viel von ihm selbst im Protagonisten steckt. Sie tauschten sich aus mit ihm über Kindheitserinnerungen, Bücher, Alkohol und Jazz aus dem Kongo. Und waren gespannt auf die Fortsetzung dieses Dialogs am 25. November, als sie den Autor persönlich kennenlernen konnten.

von Martina Koesling

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