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“¿comment! – Lesen ist Schreiben ist Lesen”: Literatur-Veranstaltungsreihe und Blogprojekt zur kreativen Vermittlung internationaler zeitgenössischer Literatur in Literaturhaus und Schule (Herbst 2014)

In Kürze vorab

Auf einem literarischen Online-Blog schreiben die Schüler zunächst kreativ zu englisch- und französischsprachigen, zeitgenössischen Texten und haben dann die Gelegenheit, die Autoren selbst zu einem Gespräch live im Literaturhaus zu treffen. Die besten Schülerkommentare des Blogs werden schließlich Teil einer großen Abschlussperformance zu jedem Autor. Wir bieten das Projekt in zwei Formen an: dreiwöchig, eher für Zusatzkurse und AGs geeignet (teils oder ganz in der Schule), und zweiwöchig, davon eine Woche im Unterricht selbst. Interessierte Schulen, LehrerInnen und Schülergruppen können sich ab sofort mit einer kurzen Begründung, warum sie die geeignete Schulgruppe sind, per E-Mail bei Christian Gröschel (groeschel@lettretage.de) bewerben. Das Projekt richtet sich eher an die höheren Jahrgangsstufen.

Projektidee

„¿comment!“ ist ein innovatives Pilotprojekt zur Vermittlung zeitgenössischer Literatur aus dem englischen und französischen Sprachraum, veranstaltet vom Literaturhaus Lettrétage und finanziert vom Hauptstadtkulturfonds. Die Idee: Der üblicherweise passive Leser wird als Kommentator literarischer Texte zu einem Akteur des kreativen Schreibprozesses und der Autor zum Leser dieser Kommentare – „Lesen ist Schreiben ist Lesen“. Das Projekt fragt auf französisch nach dem „wie“ der individuellen Lesart und fordert auf englisch zum Kommentar auf, der die jeweilige Lesart sichtbar macht: comment?! Lesen ist lebendige, kommunikative und kreative Aneignung von Literatur.

Clang Cut Book, Foto: Gezett

Clang Cut Book, Foto: Gezett
Beispiel einer interdisziplinären Lesung

Ablauf

Die Berliner Autoren/innen 
Jörg Albrecht
,
Christian Filips

Simone Kornappel
 und
Gerhild Steinbuch
 wählen in der Funktion von Kuratoren bis Mai 2014 vier noch unentdeckte zeitgenössische Autoren aus dem englischen und französischen Sprachraum aus, die erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt werden. Im Sommer beteiligen sich professionelle Leser – Redakteure, Schauspieler, Kritiker, Lektoren, Übersetzer – als Kommentatoren der ausgewählten literarischen Texte auf dem Blog, im September beginnt die Arbeit der Schüler am Blog. Zum Abschluss finden im November vier Veranstaltungen statt, in denen die Kuratoren die Kommentare der Profis und der Schüler in innovativen, interdisziplinären Formaten umsetzen: Das Lese-Ereignis als polyphones Lesekonzert, als Rauminstallation, als Performance o.a. – lebendige Literaturvermittlung manifestiert sich hier als ergebnisoffene Suche nach textadäquaten Darstellungs- und Kommunikationsformen, als im Sinn des Projekttitels deutlich formulierte Frage nach dem „comment?“.

„Comment“ und Schule

Das Bloggen der Schüler findet als zwei- oder dreiwöchiges Projekt im Zeitraum 29. September bis 17. Oktober auf Englisch oder Französisch statt. In sprachlicher, bildlicher, akustischer oder filmischer Form werden die Originaltexte auf dem Projekt-Blog über drei Wochen kreativ weiter geschrieben: Jeder Leser ist Schreiber, jeder Kommentierende kann zum Kommentierten werden, jeder Schüler zum Autor.

Filmische und akustische sowie ggf. visuelle Kommentare können mit der üblicherweise über eigene Mobiltelefone verfügbaren Technik realisiert werden. Nicht die technische Qualität ist hier ausschlaggebend, sondern der gedankliche Prozess der Auseinandersetzung sowie schlussendlich die inhaltliche Substanz der Kommentare. Ein Tutor wird an der Seite des Lehrers die erste Unterrichtsstunde des Projekts begleiten, um in die leichte und gut verständliche Handhabung des Blogs einzuweisen. Durch die zeitgleich stattfindende Arbeit mehrerer Schülergruppen zu jeweils einem Autor/Text auf dem Projektblog entsteht ein Text, der sich durch die kreative Rezeption in verschiedene Richtungen entwickelt. Dabei wird zu einem Austausch über die Kommentare anderer Schülergruppen, die ebenfalls online einsehbar sind, angeregt. Zugleich kommentieren die betroffenen fremdsprachigen Autoren wieder die Schülerkommentare und vermitteln dadurch gegenüber den jugendlichen Lesern ihre Wertschätzung deren Lektürearbeit.

Der Autor selbst und sein deutscher Kurator suchen zuletzt die besten Kommentararbeiten für die große Abendveranstaltung im Literaturhaus (17.11. bis 27.11.2014) aus. Unabhängig davon werden alle Schülergruppen zur persönlichen Begegnung und zum Austausch mit dem jeweiligen fremdsprachigen Autor und seinem Kurator in das Literaturhaus Lettrétage eingeladen.

Die auf Literaturdokumentation spezialisierte Berliner Filmproduktionsfirma MONSTA MOVIES wird alle vier Veranstaltungen und ggf. auch Proben im Vorfeld mit professionellem Equipment aufzeichnen und das gewonnene Material Fernsehsendern und Onlinemedien für die Berichterstattung zur Verfügung stellen.

Projektleiter / Kontakt

Christian Gröschel (Projektleitung Schule)
Geboren 1975 in Wuppertal. Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie in Köln. Seit 2005 Lehrtätigkeit in Philosophie, Deutsch und Französisch an einem Berliner Gymnasium. Zwischenzeitlich mehrere Jahre Unterrichtstätigkeit an den Deutschen Schulen in New York City und London. Veröffentlichungen in pädagogischen Fachzeitschriften zum Thema Film und Unterricht. Leitung verschiedener Arbeitsgemeinschaften zu den Themen Fotografie, Film, Philosophie.

Katharina Deloglu (Projektleitung Literaturhaus)
geboren 1976 in Karlsruhe, Studium der Allgemeinen und Vergleichenden, Französischen und Spanischen Literaturwissenschaft sowie Kunstgeschichte in Mainz, Tours und Madrid. Währenddessen und danach Kultur-Journalistin (SZ, FR, NZZ, 3sat Kulturzeit) und freie Mitarbeiterin des Goethe-Instituts Frankfurt. Mitgründerin und -betreiberin des Literaturhauses Lettrétage. Dort Konzeption und Leitung verschiedener internationaler Projekte. Jurytätigkeiten: Autorenstipendien des Berliner Senats 2011, Anna Seghers-Preis für lateinamerikanische Literatur 2012.

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